Fotoshooting im Baskenland: weiches Licht, Gezeiten und sattes Grün

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Wer nach Spanien fährt, sucht Sonne und bekommt hartes Licht. Die baskische Küste liefert genau das Gegenteil: weiches, diffuses Licht, sattes Grün und eine Bucht, die aussieht wie gezeichnet.

Warum das Licht im Norden anders ist

In Andalusien zwingt der wolkenlose Himmel dazu, in zwei kurzen Fenstern zu arbeiten. An der Kantabrischen Küste wirkt die hohe Bewölkung wie ein riesiger Diffusor: Das Licht kommt weich, ohne harte Schatten unter den Augen, und die nutzbare Zeit dehnt sich über fast den ganzen Tag.

Der Preis ist Unsicherheit. Hier regnet es, in jedem Monat. Was im Süden ein Zwischenfall wäre, ist im Norden Teil der Planung — jeder Fotograf dort hat einen Plan B. Mehr dazu.

La Concha und die Gezeiten

Die Bucht von La Concha ist der schönste Stadtstrand Spaniens: ein perfekter Halbmond zwischen zwei Hügeln, mit der Insel Santa Clara in der Mitte und dem weißen Jugendstilgeländer entlang der Promenade.

Sehen Sie in den Gezeitenkalender, bevor Sie eine Uhrzeit festlegen. Das ist kein technisches Detail:

  • Bei Ebbe erscheint ein breiter Streifen fester Sand, man kann fast bis zur Insel laufen, und der nasse Sand spiegelt. Mit Abstand die beste Situation.
  • Bei Flut steht das Wasser an der Mauer und es gibt praktisch keinen Strand. Dann findet das Shooting auf der Promenade statt — auch schön, aber etwas anderes.

Monte Igueldo

Monte Igueldo liefert den Blick, der die Stadt erklärt: die ganze Bucht, die Insel in der Mitte, die beiden Hügel als Rahmen. Hinauf geht es mit einer Standseilbahn von 1912, die für sich schon ein Motiv ist.

Es ist eindeutig ein Sonnenuntergangsort — die Sonne fällt links im Bild ins Meer. Und es ist der windigste Punkt der Stadt: offenes langes Haar hält dort nicht lange.

Altstadt und Kursaal

Die Parte Vieja ist Stein, Arkaden und enge Gassen — sie funktioniert bei bedecktem Himmel, wenn der Rest der Stadt matt wird. Dort sind auch die Pintxo-Bars, also ab acht Uhr abends voll.

Auf der anderen Seite des Flusses stehen die Kursaal-Würfel, zwei Volumen aus lichtdurchlässigem Glas am Zurriola-Strand. Der moderne Gegenpol, nachts von innen beleuchtet.

Die Zurriola ist außerdem der Surfstrand: Wer Bewegung und Wellen will, geht dorthin und nicht an La Concha.

Bilbao, eine Stunde entfernt

Das Guggenheim und die Ría sind noch einmal etwas völlig anderes: gebogenes Titan, Brücken, eine umgebaute Industriestadt.

Für ein Paar, das auf einer Reise zwei sehr verschiedene Kulissen will — klassische Küste und zeitgenössische Architektur — ist diese Kombination die beste Spaniens.

Wann Sie kommen sollten

  • Juni bis September ist am stabilsten, und selbst dann kann es regnen. September ist wahrscheinlich der beste Monat.
  • Mai und Oktober: sattes Grün, weiches Licht, ruhige Stadt.
  • Winter: raue See, dramatische Himmel, wenig Licht.

Die erste Augusthälfte ist wegen der Semana Grande ausgebucht, und im September füllt das Filmfestival die Stadt für neun Tage.

Praktisch

  • Erst die Gezeiten, dann das Licht. Der einzige Ort in Spanien, wo die Reihenfolge so ist.
  • Eine wärmere Schicht einpacken, auch im Juli: Sobald die Sonne weg ist, wird es an der Kantabrischen Küste schlagartig frisch.
  • Der Wind ist konstant. Aufwendige Frisuren überstehen ihn nicht; bewegte Stoffe funktionieren dagegen hervorragend.
  • Das Grün ist wirklich intensiv. Rohweiß, Weiß und Blau setzen sich davor ab; Olivgrün verschwindet.

Sie können sehen, wer in San Sebastián und in Bilbao arbeitet.

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