Fotoshooting auf den Kanaren: Vulkane, Dünen und Licht im Winter

Fotoshooting auf den Kanaren: Vulkane, Dünen und Licht im Winter

Kate Belova · Founder & Photographer··Aktualisiert am 3. Sept. 2026

Es gibt in Europa keinen zweiten Ort, an dem man im Januar bei zwanzig Grad und klarem Licht draußen fotografieren kann. Für deutsche Gäste ist das der eigentliche Grund, und er wird selten ausgereizt: die meisten bleiben am Hotelstrand, während zwanzig Autominuten weiter eine Landschaft liegt, die auf keinem Kontinentalbild vorkommt.

Drei Inseln, drei völlig verschiedene Bilder

Teneriffa hat die größte Bandbreite. Der Teide-Nationalpark ist Hochgebirge über den Wolken: erstarrte Lavaströme, ockerfarbene und rote Erde, im Winter Schnee auf dem Gipfel. Es ist die spektakulärste Kulisse der Inselgruppe und liegt auf über zweitausend Metern — nehmen Sie eine warme Schicht mit, auch wenn unten Badewetter herrscht.

Der Gegenpol ist der Lorbeerwald von Anaga: Nebel, Moos, uralte Bäume. Grün, weich, fast irisch. Zwei Aufnahmen von derselben Insel, zwischen denen niemand einen Zusammenhang vermutet.

Gran Canaria liefert die Dünen. Maspalomas ist ein echtes Wanderdünenfeld direkt am Meer — Sand bis zum Horizont, ohne Gebäude im Bild. Wer die Sahara-Optik ohne Fernreise will, findet sie hier. Der Roque Nublo im Inselinneren ist das Gegenstück: ein achtzig Meter hoher Basaltmonolith.

Lanzarote ist die eigenwilligste. Die Lavafelder von Timanfaya sehen schwarz und mondartig aus, und die Weinberge von La Geria sind einzigartig: jede Rebe steht in einer eigenen Mulde aus schwarzer Asche, geschützt durch eine halbrunde Steinmauer.

Warum Winter die beste Zeit ist

  • Dezember bis März: zwanzig bis vierundzwanzig Grad, klare Luft, tief stehende Sonne. Das Licht ist über Stunden brauchbar statt nur in zwei kurzen Fenstern.
  • April bis Juni: ebenfalls sehr gut und leerer als der Winter.
  • Juli und August: heiß, dunstig und voll. Die Kanaren sind eine Winterdestination, auch fotografisch.

Die tief stehende Wintersonne ist der eigentliche Vorteil: sie erzeugt lange Schatten in den Dünen und Struktur im Lavagestein, die im Hochsommer flach wirken.

Der Passat, den niemand einplant

Auf den Kanaren weht fast immer Wind. In den Dünen ist er Teil des Bildes — Sand in Bewegung sieht großartig aus. Für die Frisur bedeutet er das Ende jeder aufwendigen Planung: Zöpfe und Wellen halten, glatt geföhntes Haar nicht.

Die Nordseiten der Inseln sind wolkenverhangener als die Südseiten. Wenn oben Nebel liegt, ist das kein verlorener Tag — Anaga funktioniert genau damit.

Die kanarische Uhr

Ein Detail, das jede Planung verschiebt: Die Kanaren liegen eine Stunde hinter dem Festland. Im Dezember geht die Sonne gegen 18:10 Uhr unter und erst kurz vor acht Uhr auf — das macht die Inseln zum einzigen Ort in Spanien, an dem die goldene Morgenstunde nicht mit dem Wecker um fünf beginnt. Im Juni ist es umgekehrt: Sonnenuntergang gegen 20:55 Uhr, also entspannte Abendtermine vor dem Essen.

Die zweite Besonderheit ist die geringe Tageslängen-Schwankung. Zwischen Winter und Sommer liegen hier nur etwa drei Stunden Unterschied statt sechs wie in Mitteleuropa, und die Sonne steht auch im Januar hoch genug, um Farben zu tragen. Wer im Winter fotografieren will, findet nirgendwo in Europa verlässlicheres Licht — mehr dazu in der besten Reisezeit für Fotos in Spanien.

Wege, Zeiten und was ein Vormittag schafft

Die Entfernungen täuschen, weil die Straßen in Serpentinen verlaufen:

  • Süden Teneriffas bis zum Teide-Nationalpark: gut eine Stunde bergauf, plus Zeit im Park. Das ist ein halber Tag, keine Stunde.
  • Maspalomas bis zum Roque Nublo: rund eine Stunde ins Inselinnere, das letzte Stück zu Fuß.
  • Innerhalb von Maspalomas oder an der Küste Lanzarotes liegen die Motive dagegen dicht beieinander — dort reicht eine Stunde für zwei Kulissen.

Daraus folgt eine einfache Regel: Küstenmotive als Stunde buchen, Bergmotive als längeren Termin. Eine Stunde beginnt bei 279 €, ein bis zwei Stunden liegen typischerweise bei 279–450 €; fragen Sie bei Zielen wie Teide oder Timanfaya vorab, wie die Anfahrt abgerechnet wird, und wer den Mietwagen fährt.

Für wen sich welche Insel lohnt

Für Hochzeitsreisen ist Lanzarote die eigenwilligste Wahl — schwarze Erde, weiße Häuser, kaum jemand im Bild; die Flitterwochen-Session findet dort Kulissen, die es sonst nirgends gibt. Familien mit kleinen Kindern sind an den flachen Dünenrändern von Maspalomas oder an der Promenade von Puerto de la Cruz besser aufgehoben als auf zweitausend Metern. Und wer die Inseln vor allem als Winterlicht nutzt, wählt schlicht die Insel des gebuchten Fluges: Alle drei liefern in denselben vier Monaten dasselbe klare Licht. Welche Fotografen auf welcher Insel arbeiten, steht in ihren Profilen.

Praktisch

  • Höhenunterschied. Vom Strand zum Teide sind es über zweitausend Meter und gut zehn Grad weniger. Zwei Schichten einpacken.
  • Nationalparks haben Regeln. In Timanfaya ist das Gelände weitgehend nur auf ausgewiesenen Wegen und teils nur geführt zugänglich; am Teide gibt es Zugangsbeschränkungen für den Gipfel. Vorher klären, nicht vor Ort.
  • Vor schwarzem Lavagestein leuchten Weiß, Rot und Ocker. Dunkle Kleidung verschwindet.
  • Feste Schuhe: Lavagestein ist scharfkantig und schneidet dünne Sohlen auf.

Sie können sehen, wer auf Teneriffa, auf Gran Canaria und auf Lanzarote arbeitet.

Häufige Fragen

Welche Kanareninsel eignet sich für welches Bild?

Teneriffa hat die größte Bandbreite – Hochgebirge über den Wolken im Teide-Nationalpark und den nebligen Lorbeerwald von Anaga auf derselben Insel. Gran Canaria liefert mit Maspalomas die Sahara-Optik der Wanderdünen direkt am Meer und den achtzig Meter hohen Basaltmonolithen Roque Nublo. Lanzarote ist die eigenwilligste: schwarze, mondartige Lavafelder in Timanfaya und die Weinberge von La Geria, wo jede Rebe in einer eigenen Mulde aus schwarzer Asche steht.

Wie warm ist es auf den Kanaren im Winter und lohnt sich der Sommer?

Von Dezember bis März sind es zwanzig bis vierundzwanzig Grad bei klarer Luft, und die tief stehende Sonne erzeugt lange Schatten in den Dünen und Struktur im Lavagestein – das Licht ist über Stunden brauchbar statt nur in zwei kurzen Fenstern. April bis Juni ist ebenfalls sehr gut und leerer. Juli und August sind heiß, dunstig und voll: Die Kanaren sind auch fotografisch eine Winterdestination.

Was sollte man zu einem Shooting am Teide oder in Timanfaya anziehen und mitnehmen?

Zwei Schichten, denn vom Strand zum Teide sind es über zweitausend Höhenmeter und gut zehn Grad weniger, und feste Schuhe, weil Lavagestein scharfkantig ist und dünne Sohlen aufschneidet. Vor schwarzem Lavagestein leuchten Weiß, Rot und Ocker, dunkle Kleidung verschwindet. Frisuren sollten den Passat überstehen: Zöpfe und Wellen halten, glatt geföhntes Haar nicht.

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