Fotoshooting auf den Kanaren: Vulkane, Dünen und Licht im Winter
Es gibt in Europa keinen zweiten Ort, an dem man im Januar bei zwanzig Grad und klarem Licht draußen fotografieren kann. Für deutsche Gäste ist das der eigentliche Grund, und er wird selten ausgereizt: die meisten bleiben am Hotelstrand, während zwanzig Autominuten weiter eine Landschaft liegt, die auf keinem Kontinentalbild vorkommt.
Drei Inseln, drei völlig verschiedene Bilder
Teneriffa hat die größte Bandbreite. Der Teide-Nationalpark ist Hochgebirge über den Wolken: erstarrte Lavaströme, ockerfarbene und rote Erde, im Winter Schnee auf dem Gipfel. Es ist die spektakulärste Kulisse der Inselgruppe und liegt auf über zweitausend Metern — nehmen Sie eine warme Schicht mit, auch wenn unten Badewetter herrscht.
Der Gegenpol ist der Lorbeerwald von Anaga: Nebel, Moos, uralte Bäume. Grün, weich, fast irisch. Zwei Aufnahmen von derselben Insel, zwischen denen niemand einen Zusammenhang vermutet.
Gran Canaria liefert die Dünen. Maspalomas ist ein echtes Wanderdünenfeld direkt am Meer — Sand bis zum Horizont, ohne Gebäude im Bild. Wer die Sahara-Optik ohne Fernreise will, findet sie hier. Der Roque Nublo im Inselinneren ist das Gegenstück: ein achtzig Meter hoher Basaltmonolith.
Lanzarote ist die eigenwilligste. Die Lavafelder von Timanfaya sehen schwarz und mondartig aus, und die Weinberge von La Geria sind einzigartig: jede Rebe steht in einer eigenen Mulde aus schwarzer Asche, geschützt durch eine halbrunde Steinmauer.
Warum Winter die beste Zeit ist
- Dezember bis März: zwanzig bis vierundzwanzig Grad, klare Luft, tief stehende Sonne. Das Licht ist über Stunden brauchbar statt nur in zwei kurzen Fenstern.
- April bis Juni: ebenfalls sehr gut und leerer als der Winter.
- Juli und August: heiß, dunstig und voll. Die Kanaren sind eine Winterdestination, auch fotografisch.
Die tief stehende Wintersonne ist der eigentliche Vorteil: sie erzeugt lange Schatten in den Dünen und Struktur im Lavagestein, die im Hochsommer flach wirken.
Der Passat, den niemand einplant
Auf den Kanaren weht fast immer Wind. In den Dünen ist er Teil des Bildes — Sand in Bewegung sieht großartig aus. Für die Frisur bedeutet er das Ende jeder aufwendigen Planung: Zöpfe und Wellen halten, glatt geföhntes Haar nicht.
Die Nordseiten der Inseln sind wolkenverhangener als die Südseiten. Wenn oben Nebel liegt, ist das kein verlorener Tag — Anaga funktioniert genau damit.
Praktisch
- Höhenunterschied. Vom Strand zum Teide sind es über zweitausend Meter und gut zehn Grad weniger. Zwei Schichten einpacken.
- Nationalparks haben Regeln. In Timanfaya ist das Gelände weitgehend nur auf ausgewiesenen Wegen und teils nur geführt zugänglich; am Teide gibt es Zugangsbeschränkungen für den Gipfel. Vorher klären, nicht vor Ort.
- Vor schwarzem Lavagestein leuchten Weiß, Rot und Ocker. Dunkle Kleidung verschwindet.
- Feste Schuhe: Lavagestein ist scharfkantig und schneidet dünne Sohlen auf.
Sie können sehen, wer auf Teneriffa, auf Gran Canaria und auf Lanzarote arbeitet.
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