Fotoshooting in Madrid: Debod, Retiro und die alte Mitte

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Madrid wird fotografisch unterschätzt, weil es keine Sagrada Família und keine Alhambra hat. Genau das ist der Vorteil: In Madrid steht man nicht in einer Schlange und braucht für kaum etwas ein Ticket.

Templo de Debod

Ein ägyptischer Tempel aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., Stein für Stein nach Madrid gebracht und in einem Park über der Stadt wieder aufgebaut, mit einem Wasserbecken davor, das ihn spiegelt.

Es ist der meistgewünschte Ort der Stadt und der beste Sonnenuntergangsplatz Madrids: Die Sonne geht direkt hinter dem Tempel unter. Die halbe Stunde nach dem Sonnenuntergang ist dort mindestens so gut wie davor — der Himmel wird tiefblau, der Stein wird angestrahlt, und die meisten Leute sind schon weg.

Retiro und der Kristallpalast

Der Palacio de Cristal ist ein Gewächshaus aus Glas und Gusseisen von 1887, an einem kleinen See mit Zypressen. Der Eintritt ist frei, das Licht drinnen ist weich und fällt von allen Seiten.

Der Retiro ist eben, von mehreren Eingängen aus kurz zu erreichen und hat Bänke — der praktischste Ort der Stadt, wenn ältere Angehörige oder kleine Kinder dabei sind.

La Latina und die Plaza Mayor

Die Plaza Mayor und die Gassen von La Latina sind das alte Madrid: ockerfarbene Fassaden, Bögen, enge Straßen mit Balkonen und Wäscheleinen.

Sonntagvormittag ist dort der Flohmarkt El Rastro — großartig als Reportage, unmöglich für ruhige Porträts. An jedem anderen Morgen sind die Gassen leer.

Wann Madrid funktioniert

Madrid liegt auf 650 Metern in der Hochebene, und das Klima ist entsprechend extrem:

  • April, Mai, Juni, September und Oktober sind ideal.
  • Juli und August sind trocken und sehr heiß, dazu ist die halbe Stadt im Urlaub. Nur früh morgens oder spät abends.
  • Der Winter ist kalt, aber sonnig und klar — die Luft in Madrid ist im Januar so sauber wie sonst nie, und die Stadt gehört wieder den Madrilenen.

Und wie überall in Spanien: Ende Juni geht die Sonne erst nach 21:45 Uhr unter. Mehr zur Tageszeit.

Wenn ein Tag übrig ist

Toledo ist 33 Minuten mit dem AVE entfernt: eine ummauerte Stadt auf einem Felssporn, umflossen vom Tajo. Segovia liegt 27 Minuten entfernt und hat ein römisches Aquädukt mit 167 Bögen mitten in der Stadt.

Wer wenig Zeit hat und nicht laufen will, nimmt Segovia — das Aquädukt steht im Zentrum. Toledo ist durchgehend Steigung auf grobem Pflaster, dafür der spektakulärere Gesamtblick. Mehr zu beiden.

Praktisch

  • Fast nichts in Madrid braucht ein Ticket mit Zeitfenster — der große Unterschied zu Barcelona und Granada.
  • Vor ockerfarbenem Stein tarnt sich Beige. Kräftigere Töne funktionieren besser. Mehr dazu.
  • Der Retiro schließt bei Sturmwarnung. Bei starkem Wind vorher prüfen.
  • Die Innenstadt ist gut zu Fuß machbar: Debod, Plaza de España und La Latina liegen in zwanzig Minuten Gehweg beieinander, der Retiro ist eine kurze Metrofahrt entfernt.

Sie können sehen, wer in Madrid arbeitet, und vorher fragen, wann die blaue Stunde in Ihrer Woche beginnt.

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