Fotoshooting in Valencia: weißer Beton, ein trockener Fluss und ein Strand
Valencia ist wahrscheinlich die praktischste Stadt Spaniens für ein Shooting. Nicht weil sie die schönste wäre — Sevilla und Granada halten dagegen — sondern weil alles nah ist, alles eben ist und die Kulissen einander nicht ähneln. An einem Nachmittag kommt man von futuristischer Architektur über die Altstadt an den Strand, ohne ins Auto zu steigen.
Die Stadt der Künste und die richtige Uhrzeit
Die Ciutat de les Arts i les Ciències ist die bekannteste Kulisse: weißer Beton, Trencadís, Calatravas Kurven und Wasserflächen, die alles spiegeln.
Zwei Dinge sind zu wissen.
Weiß um die Mittagszeit ist gnadenlos. Weißer Beton unter mediterraner Sonne, ringsum Wasser, das noch mehr Licht zurückwirft. Um zwei Uhr nachmittags kommt kein Gesicht gut heraus. Was funktioniert, ist die letzte Stunde und vor allem die halbe Stunde nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel tiefblau wird und die Bauten von innen leuchten. Das ist das beste Bild dieses Ortes, und kaum jemand nutzt es.
Die Wasserflächen sind das Mittel. Die symmetrischen Spiegelungen am Hemisfèric sind die Signatur des Ortes — sie brauchen Windstille. Bei Brise bricht die Spiegelung.
Der Turia-Park
Die Jardines del Turia sind die beste städtebauliche Entscheidung, die eine spanische Stadt je getroffen hat: Nach der Flut von 1957 wurde der Fluss umgeleitet und das gesamte Bett, neun Kilometer, in einen Park verwandelt.
Für Fotos heißt das neun Kilometer Grün mit historischen Brücken darüber, quer durch die Stadt. Palmen, Orangenbäume, Pinien und eine Folge von Steinbrücken, die dem Bild Struktur geben.
Es ist der schattigste Ort Valencias — im Sommer kein kleiner Punkt — und er verbindet die Stadt der Künste zu Fuß oder mit dem Rad mit der Altstadt.
Altstadt und Malvarrosa
Die Altstadt ist kleiner als erwartet und sehr dankbar: die Lonja de la Seda, gotische Seidenbörse aus dem 15. Jahrhundert mit gedrehten Säulen; das Viertel El Carmen mit abblätternden Fassaden und Street Art, das für Porträts mit Charakter am besten funktioniert; die Plaza de la Virgen mit Brunnen und blauen Kuppeln, morgens leer.
Der Stadtstrand Malvarrosa liegt zwanzig Minuten mit der Straßenbahn entfernt, ist breit und hat hellen Sand, der Licht von unten ins Gesicht zurückwirft. Wie die ganze Ostküste schaut er nach Osten: Sonnenaufgang über dem Wasser, Sonnenuntergang hinter der Stadt.
Las Fallas: die beste und die schlechteste Woche
Vom 15. bis 19. März ist Valencia eine andere Stadt: zehn Meter hohe Figuren an jeder Ecke, täglich Pyrotechnik, eine Million Besucher.
Als Schauspiel einmalig. Als Woche für ein ruhiges Shooting die schlechteste des Jahres: gesperrte Straßen, Dauerlärm, ausgebuchte Fotografen.
Wann Sie kommen sollten
Valencia hat eines der angenehmsten Klimas Spaniens, rund 300 Sonnentage und milde Winter.
- April, Mai, Juni, September und Oktober sind der Idealbereich.
- Juli und August: heiß und schwül, nur früh und spät.
- Winter: mild, klare Nachmittage, ruhige Stadt. Stark unterschätzt. Vergleich der Regionen.
Praktisch
- Alles ist eben — die Stadt, in der Schuhwerk am wenigsten zählt.
- Himmelblau und Weiß verschwinden vor dem Beton der Stadt der Künste. Gesättigte Farben funktionieren dort besser.
- Die Meeresbrise am Nachmittag reicht bis ins Zentrum. Angenehm, und sie zerzaust.
- Für das Spiegelbild fragen Sie vorher nach dem Wind.
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