Fotoshooting auf Mallorca: Tramuntana, Buchten und die beste Zeit
Mallorca ist für deutsche Gäste die selbstverständlichste Insel Spaniens, und genau deshalb wird sie fotografisch unterschätzt. Wer im Südosten wohnt und dort auch fotografiert, bekommt hübsche Strandbilder — und verpasst die Landschaft, für die Mallorca eigentlich berühmt ist.
Die Serra de Tramuntana ist der eigentliche Grund
Der komplette Nordwesten der Insel ist ein Gebirgszug, der zum UNESCO-Welterbe gehört: Steindörfer an Hanglagen, Olivenbäume mit mehreren Jahrhunderten und Terrassen, die bis ans Meer reichen.
Deià ist das Dorf, das die Sierra zusammenfasst — goldener Naturstein, gestaffelt über einem Tal, das zum Wasser abfällt, dazu Zypressen. Am Nachmittag kommt das Licht seitlich und lässt den Stein glühen.
Port de Sóller und sein Tal bringen zwei Dinge mit, die es sonst nirgends gibt: eine fast kreisrunde Bucht und eine hölzerne Straßenbahn von 1913, die durch die Orangenhaine fährt. Die Bahn allein ist eines der besten Motive der Insel.
Cap de Formentor — mit einem wichtigen Hinweis
Das Cap ist der Nordzipfel: eine schmale Landzunge mit zweihundert Meter hohen Klippen und einem Leuchtturm am Ende.
Wichtig für die Planung: In den Sommermonaten ist die Zufahrt mit dem eigenen Auto tagsüber über weite Strecken gesperrt, es fährt ein Shuttlebus. Wenn Ihr Shooting von Formentor abhängt, prüfen Sie die Regelung des jeweiligen Jahres, bevor Sie eine Uhrzeit festlegen.
Wann Sie kommen sollten
Das ist der Punkt, an dem deutsche Reisepläne oft von den spanischen abweichen — zum Vorteil.
- Mai, Juni, September und Oktober sind mit Abstand am besten. Warmes Meer, langes Licht, Insel noch beweglich.
- Juli und August sind voll und heiß. Die kleinen Buchten haben schlicht keinen Platz mehr, und ein Shooting funktioniert dann nur zum Sonnenaufgang.
- Februar bis April ist die Mandelblüte und danach ein sehr grünes Inselinneres. Kaum jemand fotografiert Mallorca im Frühjahr, und das ist ein Fehler: die Tramuntana ist dann in einem Zustand, den der Sommer nie erreicht.
Mehr dazu in der Übersicht nach Regionen.
Wie lange die Wege wirklich dauern
Die Straßen der Tramuntana sind eng und kurvig. Rechnen Sie mit dem Doppelten dessen, was die Karte sagt. Von Palma nach Deià sind es realistisch fünfzig Minuten, nach Formentor über eine Stunde.
Das ist der häufigste Planungsfehler: drei Orte an einem Nachmittag, von denen zwei im Auto stattfinden.
Praktisch
- Der Tramuntana-Wind kann im Norden kräftig auffrischen. Bei Nordwind ist die Nordküste keine Option — dann in den Süden ausweichen.
- Gegen ockerfarbenen Fels und türkises Wasser funktionieren Weiß, Naturtöne und Terrakotta. Blau verschwindet vor dem Meer. Mehr dazu, was man anzieht.
- Flache Schuhe für die Dorfgassen: Deià und Sóller sind Kopfsteinpflaster am Hang.
- Wenn Sie am selben Tag zurückfliegen, legen Sie das Shooting nicht direkt vor den Flug. Palma ist im Sommer knapp getaktet.
Sie können sehen, wer auf Mallorca arbeitet, und vorher fragen, welche Bucht an Ihren Tagen ruhig ist. Ein Überblick über alle drei Inseln steht in der Balearen-Übersicht.
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